Kommunikation (Wer? Wie? Wo? Was?)

Kommunikation: Zu viel, zu wenig...?

 

Reden ist Silber. Schweigen ist Gold. Zwei Weisheiten, die beide gleichermaßen ihre Berechtigung haben, je nachdem welche Situation was erfordert. Wir leben in einer "Kommunikations-Gesellschaft". Ohne, geht gar nichts. Ohne, steht die Welt still. Ohne, wäre es auf einmal ruhig. Hörst du das? Das Schweigen? Irgendetwas hören wir irgendwo immer. Und sei es nur der Vogel auf dem Baum vor dem Fenster, der mit seinem mehr oder weniger lautem Zwitschern uns seine momentane Geschichte erzählt. Die leisen oder lauten Stimmen der Nachbarn von nebenan. Das ticken des Uhrzeigers, welches uns deutlich hörbar anzeigt, daß die Zeit vergeht, auch ohne unser Zutun. 

 

Oder das Grummeln im Magen, welches unmißverständlich klar macht, daß es jetzt an der Zeit ist, irgendeine Form von Nahrung zu sich zu nehmen. Wir hören, weil etwas oder jemand anderes kommuniziert. Sich mitteilt. Ständig. Rund um die Uhr. Die Kommunikationslaute stehen selbst nachts nicht still. Und wer redet denn vom Reden. Die stille Kommunikation ist weltweit schon immer, auch außerhalb von E-Mail und SMS, eine beliebte Methode gewesen dem anderen zu sagen oder zu zeigen, was man denkt oder fühlt. Bewußt oder unbewußt. Körpersprache ist auch eine Form der Kommunikation. Telepathie ebenfalls. Selbst Schweigen reiht sich in "ein sich mitteilen" ein. Also ist alles irgendwie kommunikativ. Nur die Art wie wir miteinander reden, uns mitteilen ist nicht wirklich "besser", im Sinne von achtsamer geworden. Die Sprache ist rau und hart. Im Austeilen sind wir großartig. Doch irgendwer sagte irgendwann, daß die Zunge eine unserer stärksten Waffen sei. Und wenn man einmal das Internet streift, sich sämtliche "Facebook-Postings" reinzieht, die niederste Talk-Show im Fernsehen anschaut, oder waghalsig mit U- und S-Bahn unterwegs ist. Ja,dann fliegen einem sprichwörtlich Wort-Granaten, die schnell zu starken, treffsicheren Geschossen gespitzt wurden, um die Ohren, daß es nur so schmerzt. Eigentlich möchte man gar nicht so genau hinhören, aber weghören ist auch kaum möglich. Und schon ist man mittendrin in einem Zungen-Vernichtungskrieg, der oft sehr persönlichen Art. Fragezeichen. Normalität. Es ist normal. Man hat sich daran gewöhnt. Genauso wie an die schrecklichen Nachrichten im Fernsehen. Genauso wie an den Fußpilz, gegen den man im Moment auch nichts tun kann, als abzuwarten, daß er sich wieder zurückzieht. Aber wird sich unsere Sprache auch 'mal wieder entspannen? Werden wir auch wieder einmal "weicher", sprich "achtsamer" miteinander umgehen können? Wohlbemerkt weiß ich, daß nun nicht ständig und überall "Wort-Krieg" geführt wird, aber eben häufig.

 

Und wie es solche Entwicklungen einmal mit sich bringen, hat man sich schon so daran gewöhnt, daß es gar nicht mehr auffällt, daß die Sprache zur täglichen Ohrfeige geworden ist... Es reicht den Fernseher einzuschalten oder den ersten Schritt vor die Haustür zu machen. Und schon ist man willkommen und angekommen im Worte-Neandertal, ob man will oder nicht! Am leichtesten macht es einem der Fernseher, weil ich den einfach abschalten kann. Vorausgesetzt ich finde die Fernbedienung. Notfalls kann ich auch den Stecker ziehen. Oder umschalten in ein anderes Programm, um dann ernüchtert festzustellen, daß dort auch gerade die "Flegel-Sprache" ihren Einzug gehalten hat. Im Bus oder der U-Bahn oder auf dem normalen Fußweg kann ich mir die "Kommunikativ-Olympiadisten" in der Kategorie "Schlimmer geht immer" nicht aussuchen. Und ich kann sie nicht einfach abschalten. Es ist halt einfach ein Stück der gelebten Alltagsnormalität, auch wenn ich sie immer noch nicht "normal" finde!

 

Copyright by Daniela Herbig 2013

 

Hinweis:

Wie bei allen anderen Texten auf dieser Seite handelt es sich hier ausschließlich um meine persönlichen Gedanken zu diesem Thema.

Verfaßt in Kurzform.



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