Foto: © Peter Sommer; Mit freundlicher Genehmigung von Peter Sommer; www.fotopress-sommer.at

"Noten und Anekdoten" mit Klaus Eberhartinger

 

Einen Monat lang lief auf "Radio Kärnten" die Sendung "Noten und Anekdoten". Diese ist fester Bestandteil des Senders mit jeweils monatlich wechselnden Künstlern.

Doch dieser Monat März 2013 stand ganz im Zeichen des Klaus Eberhartinger. 31 Tage lang erzählte er aus seinem Leben. Zu festgelegten Uhrzeiten konnte man via Live-Stream auch außerhalb von Österreich seinen ganz persönlichen Anekdoten lauschen.

 

Die Noten kamen in passenden Musiktiteln, je nach dem welches Thema der Klaus gerade angesprochen hatte. Sozusagen war es ein "kleines" Hörbuch. Zur Zeit der Veröffentlichung seines Buches "Sex, Lachs & Rock 'n' Roll - Wen's interessiert" aus dem Jahr 2008 (erschienen im Ueberreuter-Verlag, aufgezeichnet von Andrea Fehringer und Thomas Köpf), ist ja bedauerlicherweise ein Hörbuch davon nie erschienen. Nun bekam man durch den österreichischen Lokal-Sender wenigstens einige "Erzähl-Häppchen" quasi als solches nachgeliefert. Gestaltet von Klaus' selbst und dem "Radio Kärnten" - Musikredakteur Rudi Omann. Häppchen, die auf einem circa "Drei-Minuten-Menu" jeweils vormittags und am frühen Abend freundlichst, von den jeweiligen diensthabenden Moderatoren, "frei Haus" serviert wurden.

 

Es hat Spaß gemacht zuzuhören. Wenn Eberhartinger redet, dann redet er. Und man hört am Klang seiner Stimme wie begeistert, ernst, lustig oder eher zurückhaltend er in die Themen eintaucht. Die Themen und Abschnitte eines sehr bewegten Lebens. Seines bewegten Lebens. Wie immer begleitet von diesem Lachen, welchem ich persönlich, ständig lauschen könnte. Wenn es echt ist, dann reißt es mit. Und echt ist es oft.

Seine Faszination als er über einen Oster-Brauch sprach und er meinte, daß das für ihn wichtig sei, "da sei er kindisch". Kindisch? Er hat offenbar die Gabe sich etwas Kindliches in bestimmten Bereichen aufrechterhalten zu haben. Wie viele Menschen verlieren das Kind in ihnen im rauen und hektischen Alltag? Gut, wer es geschafft hat, es zu retten oder sich zu erhalten, sich daran zu erinnern. Aber das nur am Rande.

 

Viele schon bereits bekannte Dinge ließ Klaus Eberhartinger Revue passieren, aber auch einige weniger bekannte. Und immer wieder kam auch zum Vorschein, daß er ein "weiser Mann" ist. Weise im Sinne von reflektiert und "mehr-wahrnehmend", als so mancher wahrscheinlich von ihm erwarten würde.

 

Sprach er doch zum Beispiel über seine Afrika-Reise, die er aus heutiger Sicht nicht mehr so wie damals machen würde. Die Erfahrungen des Alters stehen heute dem damaligen jugendlichen Leichtsinn gegenüber. Als Beispiel beschrieb er, wie er neben einem Nashorn her lief und nicht die geringste Ahnung hatte, wie gefährlich diese Tiere werden konnten. Seine Naivität hätte ihn wohl vor Schlimmerem bewahrt, schlußfolgerte er rückblickend. Vermutlich hat er damit sogar recht.

 

Oder seine Beziehung zu Religion, bzw. zur Spiritualität. Er bezeichnete sich als durchaus spirituellen Menschen. War er doch immer sehr gläubig und kehrte im Alter von 24 Jahren jedoch der Kirche den Rücken, weil Spiritualität nicht auf Kirche zu beschränken sei.

 

Auch die EAV war natürlich Thema. Und er gab auch noch einmal einen angedeuteten Einblick in die Vielschichtigkeit des großen Erfolges. Das durchaus Hin- und Hergerissen-Sein zwischen den immer mehr werdenden Terminen und dem künstlerischem Dasein. Und, daß dieser Prozeß auch sehr kräftezehrend sein kann. Aber auch Spaß macht. Die EAV halt die Nacht auch oft zum Tag gemacht hat. Auch durchaus völlig übermüdet und schlafend bei einem Fernseh-Termin  den Regisseur vor scheinbar schier unlösbare Aufgaben stellte, dann aber pünktlich zur Sendung ihren Auftritt mit Bravour absolvierte. Was wiederum den Regisseur zu der berechtigten Frage veranlaßt haben soll, ob es denn bei dieser Band so einen besagten Knopf geben würde, den man einfach anschalten könne und dann geht's los - egal wie's vorher ausgesehen hat.

 

EAV-Musik gab es auch. Perlen und allseits beliebte Klassiker. U.a. "Tanz, tanz, tanz", "Afrika", "Küß die Hand schöne Frau", "Ba-Ba-Banküberfall", "Morgen" und "Neue Helden (braucht das Land)"! So viel gutes EAV-Material. Sozusagen hatte auch die Erste Allgemeine Verunsicherung einen Monat lang eine gute "Werbefläche". Doch nun ist es vorbei. Leider. Von mir aus hätte es ruhig noch einen weiteren Monat Musik und Erählungen von der EAV und von Klaus geben können.

 

Doch der März hat dem April das Feld nun überlassen und so bleibt erst einmal eine sehr positive Erinnerung an die vergangenen Wochen zurück. Gebündelt mit weiteren schönen Nebeneffekten. Nämlich "Radio Kärnten" hat auch den Weg in mein interessiertes Radio-Herz gefunden und wieder einmal, wenn auch unbewußt, an grundsätzliche Dinge erinnert. An ein "buntes Miteinander". Doch das habe ich ja schon an anderer Stelle beschrieben.

 

Als ich die letzten Zeilen dieses Textes schreibe, läuft auf "Radio Kärnten" gerade "Ich & Ich" mit "Nichts bringt mich runter". Der Moderator kommentiert den Abschluß mit dem Satz: "Musik aus Deutschland von "Ich & Ich" und "Nichts bringt mich runter", hoffentlich auch nicht das Wetter, denn der Frühling ist immer noch nicht in Sicht."

 

In Berlin ist er leider auch noch nicht gesehen worden. Dieser Ausreißer. "Der sich auf der Flucht befindende Frühling". Vielleicht mag die Sonne uns Menschen aber momentan auch gar nicht wirklich zuschauen bei unserem Kurs, den wir so einschlagen seit einiger Zeit. Die Natur erschrickt und erstarrt wohl. Oder ist sie nur unser Spiegelbild?

Aber egal welche Jahreszeit gerade meint ihr Gesicht zeigen zu müssen: Schaffen können wir das Leben nur MITeinander und NICHT GEGENeinander! Das waren auch die Abschlußworte von Klaus Eberhartinger in "Noten und Anekdoten".

 

In diesem Sinne... DU BIST VERÄNDERUNG - SO GUT DU ES KANNST!