Foto: © Dietmar Lipkovich; Mit freundlicher Genehmigung von Dietmar Lipkovich; www.gib-mir-musik.at

Watzmann live - Oder wenn Klaus Eberhartinger die Frau raus läßt

 

 

Klaus Eberhartinger als Gailtalerin im "Watzmann" 2012

 

 

Foto:

Mit freundlicher Genehmigung von

Dietmar Lipkovich

www.gib-mir-musik.at

 

 

 

Er hat es schon oft getan. In den Shows mit der EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung).

Beim Dreh von Musik-Videos. Das mit der Frau. Mit der weiblichen Seite. Sie steht ihm gut.

Es steht ihm gut. Dieser Teil seines Wesens. Und so scheint es, daß ihm auch diese Rolle der "Gailtalerin" wie auf den Leib geschnitten ist.

Wie alles, was Eberhartinger aus Überzeugung, aus Leidenschaft tut, die Dinge, für die er brennt, wirkt die Rolle der "männermordenden" Gailtalerin wie ein Teil von ihm selbst. So überzeugend, so glaubhaft verkörpert er diese Frauen-Rolle. "Watzmann sei ein Stück Erholung für ihn. Da hätte er nicht so viel Verantwortung wie als Frontmann bei der EAV.", äußerte er 2012 einmal in einem Interview.

Es gibt nicht so viele männliche Künstler, die beide Seiten so überzeugend darstellen können. Manchmal passiert es, daß man schon zweimal hinschauen muß, um dann zu erkennen: "Nein, diese Frau ist nicht 'echt'"! Selbst Männern begegnet dieses Phänomen.

Rudi Dolezal, Regisseur und Co-Autor der Neuinszenierung und erweiterten Bühnenfassung des "Watzmann" äußerte ebenfalls sein großes Gefallen und die Faszination an den Frauen-Rollen des Eberhartinger.

 

Als Gailtalerin im Watzmann, wo sich die Menschen ohnehin immer nur mit der beängstigenden Frage beschäftigen "Aufi oder net aufi", tänzelt, singt und kokettiert Eberhartinger perfekt mit dem Klischee der "Nymphomanin". Auch, wenn die Absatzhöhe an seinen roten Stiefeletten nicht die höchsten sind, bewegt er sich wie ein weibliches Model mit einer Leichtigkeit und Grazie über die Bühne. Gut verpackt in ein ebenfalls rotes Dirndl, in der Taille eng geschnürt, sodass es niemanden groß verwundert, daß die Männer rund um den Watzmann völlig "außer Rand und Band" sind. Die Perücke mit blonden Zöpfen und natürlich roten Schleifen rundet das Gesamtbild passend ab. Und selbstverständlich trägt "Frau Gailtalerin Eberhartinger" ebenfalls roten Lippenstift.

Gespielt wird das "Berg-Flittchen", wie Eberhartinger selbst seine Rolle der "Gailtalerin" in einem Interview sah, von ihm "sehr erotisch". Da wird das Kleid lasziv nach oben geschoben, mit den Wimpern geklimpert, der Augenaufschlag der absoluten Weiblichkeit zur Perfektion gebracht.

Der Mann Eberhartinger gibt auf der Bühne als Frau alles. Das Publikum liebt ihn in dieser Parade-Rolle. Man spürt es an dem Applaus, wenn die "Gailtalerin wieder da ist". "Sie ist wieder da!"

 

Die Frage "Aufi oder net aufi" interessiert die Gailtalerin ohnehin immer nur dann, wenn irgendein "hoffnungslos" in sie vernarrtes männliches Wesen sich ihrer Betörung wieder nicht erwehren kann.

 

Der weibliche Part ist einer von vielen Aspekten, die der Künstler Klaus Eberhartinger zweilfelsohne "gut über die Bühne bringt".

Es wäre schade, wenn er die "Frauen-Klamotten" an den Nagel hängt, aber verständlich, wenn er sagt: "...daß es vielleicht irgendwann nicht mehr paßt." Das Ding mit der Frau...

 

(Aktuell: In mehreren Interviews gibt Klaus Eberhartinger an, daß das Jahr 2013 wohl das letzte "Watzmann-Jahr" sei mit ihm als Gailtalerin.)