Nena & Rolf 1983; Foto: © Rolf Brendel (Privat-Archiv)

Rolf Brendel: Fakten - Kurz & Knapp

Foto: © Jasmin Arbes; Mit freundlicher Genehmigung von Rolf Brendel

 

Als am 13.06.1957 Rolf Brendel das Licht der Welt in Hagen erblickte, hatte er vielleicht schon einmal ganz vorsichtig "Nur geträumt", daß er 25 Jahre später 'mal berühmt werden würde. Also so richtig berühmt. Über ein paar Jahre. Nicht nur für einen Tag. Manchmal werden Träume Wirklichkeit. Aber bis dahin sollte noch ein wenig Zeit vergehen...

 

Mit 8 Jahren entdeckte Rolf die Rockmusik für sich. Sein älterer Bruder Dietmar hatte im Keller des elterlichen Hauses mit seiner Band geprobt. Musik von den Beatles, den Stones, Rattles und den Kinks bahnte sich den Weg an Rolf's junge Ohren. Das war's. Das war Musik! Er begann auf dem Schlagzeug seines Bruders zu üben.

 

Nach der Handelsschule absolvierte Rolf Brendel die Ausbildung zum Speditionskaufmann. Aber das "Schlagzeug-Spielen" war und blieb seine Leidenschaft. So hatte er seit seinem 16. Lebensjahr in diversen Coverbands getrommelt.

1978 lernte er eine gewisse Nena kennen. Zusammen mit Rainer Kitzmann, einem Gitarristen, gründeten sie gemeinsam die Band "The Stripes". Die Band bestand aus: Frank Becking (Bass), Rolf Brendel (Drums), Rainer Kitzmann (Gitarre) und Nena Kerner (Sängerin).

 

Die Stripes veröffentlichten in der Zeit von 1979 bis 1981 fünf Singles und ein Album bei CBS. Rolf war zu der Zeit bereits verheiratet und hatte eine Tochter. Das Leben geht jedoch seine eigenen Wege. Nena und Rolf verliebten sich zu "Stripes-Zeiten" ineinander und wurden ein Paar. Die Ehe von Rolf wurde aufgelöst. Nena und Rolf fingen an eigene deutsche Songs zu schreiben, doch stießen sie damit nicht auf das Interesse ihrer Bandkollegen. Sie packten ihre Koffer und gingen nach Berlin.

 

In Berlin angekommen gründeten sie eine neue Band: NENA! Und am 21. August 1982 flimmerte ein Auftritt in der ARD über die Bildschirme in die deutschen Wohnzimmer, der alles verändern sollte. "Nur geträumt" hieß der Song. "Musikladen" die Sendung. NENA machten sich auf die Reise in den weltweiten Pop-Himmel. Sie zogen aus, um mit ihrer Musik die Welt zu erobern. Und zwar auf der Überholspur!

 

Ab 1986 ließ der Erfolg aber immer mehr nach und die Band löste sich 1987 auf. Rolf zog in die USA, nach Los Angeles, und studierte am "Musicians Institute of Music" Schlagzeug.

1989 kehrte er nach Deutschland zurück und holte in Hamburg sein Abitur nach. Für ein Jahr ging er nach London, um mit der Blues-Rock-Formation "Crash 'n Burn" zu touren.

 

Ende der Neunziger lernte er mit Marlon einen jungen Sänger kennen, mit dem er die Single "Lieber Gott" zugunsten der Flutopfer der Elbe, veröffentlichte. Musikerkollegen wie Udo Lindenberg, Peter Maffay und NENA nahmen an diesem Projekt teil. Rolf Brendel übernahm auch das Management des sehr talentierten Sängers Marlon.

 

Heute unterrichtet er an verschiedenen Schulen Musik und Schlagzeug. Mit der Crossoverband "Peter und der Rolf" hat er bisher ein Album veröffentlicht.

 

Am 16. Oktober 2014 erschien sein Buch: NENA - Geschichte einer Band im Aufbau-Verlag.

 

Das Buch: ROLF BRENDEL: NENA - Geschichte einer Band; erschienen am 16. Oktober 2014 im Aufbau-Verlag

DAS INTERVIEW

Foto: © Rolf Brendel (Privat-Archiv)

Rolf Brendel: "Klar waren wir Zeitgeist!"

 

Im Oktober 2014 erschien Dein Buch: "NENA - Geschichte einer Band" im Aufbau-Verlag. Wie kam es zu der Idee Deine Erinnerungen in einem Buch aufzuschreiben?

 

Rolf:

Die Zeit war einfach reif um die geilste Zeit meines Lebens aufzuschreiben. Ich habe das Rockstarleben in allen Einzelheiten und in allen Facetten erlebt, da lag es auf der Hand. Schreiben war schon immer meine große Leidenschaft und die Idee, irgendwann einmal ein Buch über unseren wahnsinnigen Erfolg zu schreiben hatte ich schon recht früh. Während der Zeit mit der Band habe ich Tagebuchaufzeichnungen gemacht, Zeitungsartikel gesammelt und Anekdoten aufgeschrieben. Außerdem fangen meine Enkelkinder bald an Fragen zu stellen nach dem Motto: Opa, was hast du denn so in den durchgeknallten 80er Jahren gemacht? Dann muß ich nicht lange reden, sondern kann den Kindern ein schönes Lesebuch vorlegen. Ist zwar FSK 18, aber bis dahin müssen sie halt noch warten.

 

Du bist ja schon sehr früh fasziniert vom "Schlagzeug-Spielen" gewesen. Was verbindet Dich so mit diesem Instrument?

 

Rolf:

Mein Bruder Dietmar gab mir den nötigen Kick. Der ist auch Schlagzeuger und hat in den 60er und 70er Jahren in unserem Keller in einer Beatband getrommelt. Er war immer mein Vorbild.

Hätte er Klarinette gelernt wäre ich wahrscheinlich heute Flötist.

 

Gibt es für Dich DEN Weg das "Schlagzeug-Spielen" zu (er-) lernen oder ist das doch eher von Mensch zu Mensch unterschiedlich?

 

Rolf:

Da gibt es verschiedene Wege und verschiedene Techniken. Manche davon funktionieren besser als andere, wofür es sehr erfolgreiche Beispiele gibt. Die Körpermotorik ist bei vielen Menschen unterschiedlich, das Empfinden von Rhytmik kann auch sehr unterschiedlich sein, von daher gibt es auch unterschiedliche Lehrmethoden, die manchmal abhängig vom Musikstil sein können. Letztendlich ist das Erlernen eines Instrumentes bis zu einem bestimmten Punkt, echt einfach, wenn man es von Anfang an richtig macht.

 

Was zeichnet für Dich einen wirklich guten Schlagzeuger aus?

 

Rolf:

Es gibt einige Eckpfeiler, die unumgänglich sind: Timing, Dynamik, Ideenreichtum und Musikalität, d.h. der Schlagzeuger sollte optimalerweise Musik machen und sich in die Band integrieren, songdienlich spielen, ohne dabei zu versuchen sich selbst zu profilieren.

 

Du unterrichtest heute "Schlagzeug-Spielen". Auf welche Dinge sollten angehende Schlagzeuger achten, bzw. welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

 

Rolf:

Als Anfänger, der wirklich noch gar nicht spielen kann, ist es von Vorteil Liebe und Hingabe zum Trommeln und zum Musik machen zu haben. Das ist das, was uns antreibt und uns weit bringen kann. Alles andere kann man lernen und kommt dann von selbst.

 

Wieviel Prozent Gefühl steckt für Dich in Deiner Art zu spielen und wieviel ist Erfahrung und regelmäßiges Üben? (Wenn Du diese drei Dinge prozentual aufteilen müßtest.)

 

Rolf:

Oh Gott, das ist schwer zu sagen. So technisch kann ich das kaum ausdrücken. Bei mir haben sich so viele Dinge automatisiert. Ich übe ja noch fast jeden Tag und es macht, kaum zu glauben, immer mehr Spaß. Am besten spielt man, wenn man beim Trommeln nicht mehr nachdenken muß, dann fängt Musik an zu leben. Aber das Gefühl für Harmonien, für Melodien, ein Teil des Ganzen zu sein und nicht nur Rhytmiker, ist das, was einen guten Drummer wohl ausmacht.

 

Wie würdest Du in einem Satz die allererste Begegnung mit Nena für Dich beschreiben?

 

Rolf:

Wenn schon so kurz, dann einsilbig: „Oh"!

 

Nena erzählt in ihrem Buch "Willst du mit mir gehn" (Gustav Lübbe Verlag 2005): "...und als er seine Lederjacke zum ersten Mal auszog, und ich seine muskulösen, wunderschönen geformten Oberarme sah, kam mich die Leidenschaft besuchen...und ich kannte noch nicht mal seine inneren Werte..." Hast Du davon etwas mitbekommen, daß sie an Dir interessiert war?

 

Rolf:

Ich erröte gerade vor dieser Schmeichelei. Ich muß ja irgendetwas mitbekommen haben, danach waren wir acht Jahre lang zusammen.

 

Foto: Rolf Brendel (Privat-Archiv) The Stripes 1980: v.l.n.r. Rainer Kitzmann, Wolfgang Jäger, Nena Kerner, Rolf Brendel

 

Wie würdest Du die Zeit bei den "Stripes" als Schlagzeuger aus heutiger Sicht für Dich beurteilen?

 

Rolf:

Als ich Ende der 80er Jahre in Los Angeles Schlagzeug studierte, nannte man die Schlagzeuger, die nicht ausgebildet waren ‚Streetplayer‘. So habe ich auch bei den Stripes gespielt - einfach drauflos. Das hat eine ganz eigene Kraft und muß nicht schlechter sein als wenn man jahrzehntelange Erfahrung hat. Aber das war eine geile, wegweisende Zeit.

 

1982 kam mit dem "Musikladen" der große Durchbruch für die Band NENA. Wie hast Du diesen Moment empfunden, als klar wurde: "Jetzt geht es los mit der Karriere"? Denn irgendwie hattest Du ja nicht mehr so recht daran geglaubt.

 

Rolf:

Niemand hatte mit so einem irren Erfolg gerechnet und niemand wußte so richtig was auf einen zukam. Diese Momente waren mir auch wichtig in meinem Buch zu beschreiben.

Denn das waren die Augenblicke, die alles veränderten. Ich weiß noch, daß ich nach der Sendung in Berlin mit blondgefärbten, toupierten Haaren auf dem Ku’damm stand, Liebeskummer hatte und - Zahnschmerzen.

Eine katastrophale Mischung. Einige Leute drehten sich nach mir um, weil sie wahrscheinlich die Sendung gesehen hatten oder ich mir das nur einbildete. Jedenfalls war mir klar, daß wir jeden Tag 40.000 Schallplatten verkauften. In meiner Phantasie sah ich mich schon als reicher Rockstar auf den Bahamas, mit einer riesigen Sonnenbrille auf einer Luftmatratze in einem Pool liegen, hübsche Mädchen im Arm und Etagenkellner, die uns eisgekühlte Cocktails servierten. Aber ich lief an der Gedächtniskirche vorbei und fühlte mich erbärmlich. Nichts hatte sich verändert.

Ich war enttäuscht, aber bester Dinge.

 

In Deinem Buch beschreibst Du, daß der große Erfolg auch seine Schattenseiten hat. Eine gewisse Oberflächlichkeit. Viele interessieren sich für den Star, aber nicht für den Menschen dahinter. Schnelllebigkeit. Möglichkeiten, die sich plötzlich bieten, weil man berühmt ist. Würdest Du sagen, daß Dich diese Erfahrung menschlich verändert / geprägt hat? Inwiefern?

 

Rolf:

Die Musikindustrie ist eine große Geldmaschine. Der Erfolg eines Künstlers ist ein riesiger Kuchen von dem jeder etwas abhaben will. Und zwar so viel wie möglich. Dabei geht es weniger um wahre Anerkennung oder Wertschätzung, sondern um Profit. Wenn der Kuchen gegessen ist, sollte man schnell zusehen einen noch besseren zu backen, sonst ist man schnell Geschichte. In diesem Umfeld reift man schneller, man lernt schneller Menschen einzuschätzen. Aber man muß auch aufpassen, daß man seine Erdung nicht verliert, sonst hebt man ab und kommt nicht mehr zurück.

 

Foto: Privat-Archiv Rolf Brendel; Goldene Schallplatten-Vergabe: Jim Rakete, Jochen Leuschner, Carlo Karges, Herr Larsson (CBS). Andreas Kirnberger, Nena, Reinhold Heil, CBS-Mitarbeiter, Uwe Fahrenkrog-Petersen, Rolf Brendel, Jürgen Dehmel

 

Ihr seid in der Hochzeit der NDW über Nacht berühmt geworden und wurdet zum Aushängeschild, obwohl ihr euch selbst nicht zur NDW in dem Sinne zugehörig gefühlt habt. Da gab es doch sicherlich auch aufkommenden Neid von anderen Künstlern / Bands? Wie seid ihr damit umgegangen?

 

Rolf:

Neid habe ich nie wirklich gespürt. Vereinzelte Sticheleien vielleicht. Aber im Großen und Ganzen hatte ich immer das Gefühl, daß uns Respekt entgegengebracht wurde. Schließlich haben wir gezeigt, was man mit Musik erreichen kann, das war für andere Bands auch Antrieb und Impuls.

 

Der "Stern" titelte 1983: NENA - der singende Zeitgeist! War NENA ein Zeitgeist? Was zeichnete NENA aus, daß unzählige Teenies so sein wollten wie NENA?

 

Rolf:

Klar waren wir Zeitgeist. Wir benahmen uns anders, redeten anders, kleideten uns anders und machten andere Musik als die, die bis dahin zu hören war. New Wave überflutete Deutschland, daraus machte man NDW, da kam ein neues Kleid bzw. ein neuer Rock in rot doch wie gerufen. Wenn man aber bedenkt, daß wir 1983, zur Veröffentlichung unseres ersten Albums, dem Teeniealter lange entwachsen waren (Carlo war 32, Nena war 23 und ich 27) ist es umso erstaunlicher, daß wir als Teenieband gesehen wurden. Wir hatten uns halt alles Neue zunutze gemacht, von Technik im Tonstudio bis zur selbstentworfenen Mode. Das paßte alles perfekt zusammen.

 

Du hast für die NENA-Band die Songs "Kino", "Küss mich wach", "Lass mich dein Pirat sein" und "Utopia" geschrieben. Für "Schön wär' es doch" die Musik und für "Sois Bienvenu" den Text und auch bei "Nur geträumt" und "Ganz oben" warst Du textlich involviert. Wie hast Du damals Texte geschrieben? Hast Du um einen Satz eine Geschichte entwickelt oder "gebaut" oder wie kann man sich das vorstellen?

 

Rolf:

Du hast dich ja erstklassig vorbereitet! Die klassische Art Songs zu schreiben ist die, Texte zu vertonen. Man kann auch Melodien schreiben oder Akkordfolgen und darauf texten.

Dafür gibt es kein Rezept. Was einem halt gerade so einfällt beim Gassigehen…

 

"Utopia" ist ein Song, der teilweise heute schon ein wenig Realität ist. Was war für Dich die Idee zu dieser Geschichte?

 

Rolf:

Na, das war das Buch von George Orwell mit dem Titel ‚1984‘, das ich in der Zeit gerade gelesen hatte, eine Fiktion über einen totalitären Überwachungsstaat.

 

"Sois Bienvenu" stammt ebenfalls aus Deiner Text-Feder. Erähle doch bitte auch hier die Idee, die Geschichte hinter und zu dem Song.

 

Rolf:

Das waren so meine 80er Jahre Gedanken. Hatte auch viel mit George Orwell zu tun. Die Geschichte über eine perfekte Welt, in der jeder ein Held ist.

 

Schreibst Du heute auch noch Song-Texte?

 

Rolf:

Ja, jede Menge. Auch Gedichte und Kurzgeschichten, Reiseberichte und halt zuletzt die Nena-Band Biografie.

 

Wenn Du die vier regulären NENA-Alben aus der NENA-Band-Zeit mit jeweils einem Satz beschreiben müßtest, welche wären das?

 

Rolf:

Noch heute kann ich jedes dieser Alben hören, ohne daß es langweilig wird. Bin immer wieder überrascht wie zeitlos wir klingen….

 

NENA: Super

? (Fragezeichen): Hammer

Feuer & Flamme: Mega

Eisbrecher: Geil

 

Die NENA-Tour 1985 lief nicht so erfolgreich wie erhofft. Woran lag es Deiner Meinung nach rückblickend, daß die Fans wegblieben?

 

Rolf:

Die Luft war einfach raus. Wir hatten zu viel in wenigen Jahren gemacht. Alle waren satt und gestopft, vom Welterfolg, von Tourneen und TV-Shows. Wir waren müde von gegenseitiger Nähe. Wir hätten ein paar Jahre lang Pause machen sollen, um danach einen neuen Anfang zu wagen.

 

1985 gab es das Projekt "Band für Afrika" mit der Single "Nackt im Wind". Fast alles, was Rang und Namen in der deutschen Pop- und Rockszene hatte, war vertreten. Natürlich auch NENA. Wie kam es für NENA zu diesem Projekt?

 

Rolf:

Eine gute Sache. Es gab damals eine Anfrage, an diesem Gemeinschaftsprojekt mitzumachen. Das war eine deutsche Produktion mit dem Song und einem Video, angelehnt an das Projekt ‚Band Aid‘, das von Bob Geldof iniziiert wurde um Spendengelder für Afrika zu sammeln.

 

Du hast 'mal gesagt, daß das 1986 erschienene letzte NENA-Band-Album "Eisbrecher" das am meisten unterschätze bzw. am wenigsten gewürdigte Album ist. Kannst Du das näher erläutern?

 

Rolf:

Das beruht mehr auf meinem persönlichen Geschmack. Das Album ist rockiger als die vorhergehenden, geradliniger und ohne viel Technik produziert. Back to the roots. Teilweise sogar Stripes- mäßig. Genau nach meinem Geschmack.

 

Foto: Privat-Archiv Rolf Brendel; Carlo Karges

 

Carlo Karges (gestorben am 30. Januar 2002) hat bei NENA unglaublich viele gute Songs geschrieben. Was war seine Triebfeder Songs aus dem Leben zu schreiben und so zu verpacken, daß die Menschen sich damit identifizieren konnten und bis heute identifizieren können?

 

Rolf:

Carlo war ein Rockpoet, der es verstand Texte zu schreiben und Musik zu komponieren, die einen sofort mit auf eine Reise nehmen. "99 Luftballons" ist einer der besten deutschen Texte, die ich kenne. Da stimmt jeder Satz, das ist hohe Dichtkunst und im Vergleich zu vielen anderen NDW-trivial-Texten schon fast Weltliteratur. Carlo war der Älteste von uns, hatte schon viel erlebt und konnte seine privaten Geschichten gut ausdrücken.

Nicht unsonst ging der Song in unzähligen Ländern auf Platz 1, selbst in den Billboardcharts der USA auf Platz 2.

 

Wie ist Dein Kontakt zu Nena heute?

 

Rolf:

Wir leben in verschiedenen Welten.

 

Nena äußert sich ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit dazu, daß sie ein spiritueller Mensch ist. Würdest Du Dich auch als "spirituell" bezeichnen? Was macht für Dich einen "spirituellen" Menschen aus?

 

Rolf:

Ich habe eine große Affinität zu buddhistischen Lehren. Spiritualität ist etwas, das man leben muß und in seinen Alltag integrieren sollte.

Es ist teilweise aber auch zu einer Modeerscheinung geworden. Ein Bekannter von mir besitzt ein altes Schloß, ein ehemaliges Kloster in Liebenau, Niedersachsen, mit großartig angelegten ZEN-Gärten. Da unterrichtet er ZEN-Buddhismus und ist ein lehrreicher Gesprächspartner für mich. Die Beschäftigung mit spirituellen Gedanken kann ich jedem nur empfehlen.

 

Deine schönste und Deine schlimmste Erinnerung an die NENA-Band-Zeit?

 

Rolf:

Die schönste Erinnerung war der Anfang, beginnend mit der Sendung ‚Musikladen‘ in Bremen und der Eintritt in die US-Charts mit "99 Luftballons" und die Japan Tourneen und der Zusammenhalt in der Band.

Traurig war die Art und Weise, wie alles zu Ende ging, bis hin zu Carlo's Tod.

 

2002 warst Du auf der großen "Nena feat. Nena-Tour" mit dabei. Wie hast Du Dich gefühlt, noch einmal fast in der Original-Besetzung (leider ohne Carlo Karges) von früher auf der Bühne zu stehen?

 

Rolf:

Das hat Spaß gemacht. Ich hab‘ mich für einen Moment zurückversetzt gefühlt in alte Zeiten. Das war cool.

 

Interview mit Rolf Brendel vom 27.10.2015 für dalila-light.de

Fragen: Daniela Herbig

 

Ich bedanke mich recht herzlich bei Rolf Brendel für dieses ausführliche Interview und die Fotos!

 

ROLF BRENDEL im Netz

 

www.rolfbrendel.de

 

Facebook